Update zu Josef 5. Mai 2014

Josef S. sitzt nun mehr als drei Monate in Wien in Untersuchungshaft, nachdem er mit mehreren tausend Menschen gemeinsam gegen den Wiener Akademiker-Ball protestiert hatte.

Der Vorwurf, Josef habe am 24.01.14 in Wien schwere Sachbeschädigungen und Landfriedensbruch in Rädelsführerschaft begangen und zudem noch versucht Polizeibeamte zu verletzen, stützt sich maßgeblich auf die Aussage eines Zivilbeamten, der Josef bei alledem beobachtet haben will.

Außerdem hatte der Zivilbeamte ein Handyvideo angefertigt auf dem Josef zwar nicht zu sehen, aber zu hören sein soll, wie er Anweisungen gebe. Der Beamte sei sich laut seiner Aussage hundertprozentig sicher, dass es sich bei der auf dem Video zu hörenden Stimme um Josef handle, habe er doch beim Anfertigen der Aufnahme genau daneben gestanden.

Auf Grund dieser Aussage ordnete das Gericht in Absprache mit der Verteidigung die Erstellung eines Stimmgutachtens an. Seit dem 28.04.2014 liegt das Ergebnis dieses Gutachtens dem Gericht und der Verteidigung vor. Die bestellte Gutachterin kann nach Untersuchung des Videos und Vergleich mit Josefs Stimme „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ausschließen, dass Josef auf dem Video zu hören ist.

Auf Grund des Ergebnisses des Gutachtens und der damit mehr als erschütterten Glaubwürdigkeit des Belastungszeugens hat die Verteidigung von Josef beantragt, ihn aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Eine Entscheidung des Gerichts über diesen Antrag ist jedoch nicht vor Ende dieser Woche zu erwarten.

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